Samstag, 24. Februar 2007
Le Festival du Voyaguer
Spring Break! Ferien! Eine Woche lang!

Endlich mal weg von der Uni und den Kursen und ausspannen. Dir 'Reading Week' oder im Volksmund 'Spring Break' genannt, verspricht Freizeit. Da kommt das alljaehrliche Festival du Voyageur gerade recht. Das dauert naemlich genau 10 Tage und deckt den unterrichtsfreien Zeitraum ab.


"Ich kann Dich nicht mehr sehn!" Die Uni im Winter.

Gut, bevor jetzt die Freuden-Pferde mit einem durchgehen: Um irgendwohin zu fahren und z.B. Skizufahren, das macht ein Gutteil der hiesigen Studentenschaft, ist dann doch zu viel zu tun - zwei Examen direkt am folgenden Dienstag und eine Hausarbeit am Montag (die mich verfl...t viele Nerven gekostet haben wird) sprechen dagegen. Also heisst es, ausgleichsweise dem Festival beizuwohnen. Ausserdem bieten die historischen Kostueme und Darbietungen einen kleinen Ersatz fuer entgangene Karnevalsaktivitaeten.
So bin ich folgerichtig zusammen mit Irene gleich zur Auftaktveranstaltung angereist: Einer Fackelwanderung in der Abenddaemmerung ueber den zugefrorenen Red River. Die c.a. einstuendige Massnahme fuehrt uns durch die Ruine der St. Boniface Kathedrale, die punktgenau mit Eintreffen des Zuges unter 5-faches Glockengelaeut gesetzt wird. Nicht schlecht. Der Zug endet hernach im franzoesischen Viertel mit heisser Schokolade als Belohnung fuer die Teilnehmer. Denn wir reden hier immerhin vom Wandern bei 25 Grad minus!



Der Startpunkt der Expedition bei Tage.



Und ueber dieses Gewaesser kann man laufen. Ist aber ganz schoen glatt so auf Eis...


Da wir aber vom Freitag noch nicht durchgefroren genug sind, und die Examen noch in weiter Ferne waehnen, wollen wir des samstags mal das Festgelaende inspizieren. Dieses befindet sich um das etwas abgelegeneFort Gibraltar herum, einem Museum das das Leben und wirken der Voyageure lebendig halten soll. Dazu dient wohl auch dieses Fest. (Mehr Informationen ueber das Fort und die Taten der Voyageure findet der geneigte Leser unter dem Bericht "Vive la Compagnie".)
Gleich am Eingang findet sich neben anderen eine ueberdimensionale Schneeskulptur eines Voyageurbootes.


Einen Eindruck der Groesse gibt die Touristin am linken Bildrand.

Viele Schneebloecke sind gerade im Begriff, zu einer Skulptur geschaelt zu werden. Es gibt neben Demonstrationen im Fort draussen diverse Zelte, die - zum Glueck beheizt - zu laengerem Aufenthalt einladen. Nun gut, irgendwo muss gegessen, getrunken, gesungen und natuerlich Nippes verkauft werden. Aber es riecht angenehm nach Schnee und Holzfeuer. Mal was anderes. Meine Aufmerksamkeit gilt natuerlich der Demonstration einer kleinen militaerischen Einheit, vor allem, weil man sich hautnah vorstellen kann, wie angenehm das herumschleichen und schiessen bei winterlichen Bedingungen im Grossraum Manitoba denn gewesen sein muss. Soll heissen, die Kostueme verleihen dem ganzen doch schon gewisse Naehe.
Ausserdem sieht's lustig aus!




"Vorwaerts Kameraden, es geht zurueck!"


Und zwar ins Fort. Ist auch viel waermer dort.



"Also zuegig."

Nach etwa eineinhalbstuendiger Inspektion, wollen wir dann aber doch in einem warmen, soliden Gebauede was essen und trinken und beschliessen, das Areal sich selbst zu ueberlassen.
Dabei nehmen wir uns vor, noch an mindestens zwei anderen Tagen das Fest zu besuchen und fokussieren abendliche Events.
Am Ende hat uns das Wetter beide Male davon abgehalten, den entlegenen Schauplatz aufzusuchen und wir haben dem eine Tasse Kaffee in einer bevorzugten Franchise-Kette vorgezogen.
Nebenbei hab ich in der Woche auch noch was fuer die Uni getan. Wird sich zeigen, ob der Spring Break was gutes hat. Ein Grossteil der in Urlaub ausgebuechsten Studenten hat uebrigens mittlerweile angefangen zu kruecken...
Soviel dazu.




Ich hatte jedenfalls noch Zeit, von meinem Hinterhof ein Foto zu machen.

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