Mittwoch, 11. April 2007
Schlaand: WM-Spiel und Ostern
Nun hat es sich ergeben, dass der gemeine allemannische Sportliebhaber auch auf seine Kosten kommen konnte. Theoretisch jedenfalls: Canada vs Deutschland, WM Spiel der Damen im Eishockey. Interessant an diesem Spiel, neben der Tatsache, dass es in Winnipeg stattfand, ist unser Gegner, der amtierender Olympiasieger ist. Also muessen die ja ganz gut sein.
Und so freute man sich, dass man Gelegenheit bekam, die eigenen Farben lautstark zu unterstuetzen, war man doch gewahr, dass man in akuter Unterzahl zu agieren hatte. Aber, wie hatte sich Oli Kahn schon mal so aehnlich zu der Situation geaeussert:" Siebzigtausend um Dich herum, die bruellen, was das Zeug haelt - und alle gegen Dich. Was besseres gibt's nicht." Mit dieser Einstellung ging es dann auch abends in die gut gefuellte Arena. Zehntausend fanden den Weg ins MTS-Center. Die allermeisten davon Ahorn-Anhaenger. Aber auch ein wenig schwarz-rot-gold war auf den Raengen zu erblicken. Dann konnte es ja los gehen. Als schlechtes Omen erwies sich das weglassen der Hymnen, stattdessen wurden erstmal langwierig drei Kanadische Spielerinnen geehrt, darunter Haley Wickenheiser, die in ihrer langen Karriere schon unmoralisch viele Treffer fuer die Roten erziehlt hatte. Unsere Damen sollten sehr bald merken, warum Haley ein wuerdiger Preistraeger war...

besagtes Vorgeplaenkel


Denn es spielte nur eine Mannschaft, und zwar die falsche. Und so stand es nach zwei Minuten und einundvierzig Sekunden schon 2:0 fuer die Nordamerikanischen Amazonen.

eintoeniges Bild: Kanada im Angriff


Das oben gezeigte Bild sollte sich ueber das gesamte Spiel nicht aendern, und so war der Abend denn insgesamt etwas eintoenig. Fuer Stimmung, die uebrigens troztdem gut war, sorgten Maskottchen, wie der Winnipegger Mick E. Moose, Standard-Anfeuerer der Winnipegger Eishockey-Mannschaft 'Manitoba Moose', das heisst uebersetzt Elche. (Ja nee, wird jetze der eine oder andere sagen, Elch heisst doch elk. Stimmt, aber hier heisst Elch nun mal Moose, warum auch immer. Hier heissen ja die Eskimos auch nicht Eskimos sondern Inuit, oder First Nations.) Nebenbei gibt's immer noch Musikeinspieler und in den Pausen Gewinnspiele mit diversen Sponsoren. Das Volk will halt unterhalten werden.

Mick E. Moose (sieht irgendwie fies aus)


Und so gaben wir denn auch (fast) alles fuer unsere Farben, immerhin konnten am Ende ganze 5 Schuesse auf des Gegners Maschen verbucht werden. Zum Vergleich: Die Kanadier schossen 64 mal auf unser Gehaeuse, das von Viola Harrer vorbildlich gehuetet wurde, indem sie die kanadischen Spielerinnen (obwohl man doch fast Spieler sagen koennte...) mit Glanzparaden zur Weissglut trieb. Aus diesem Grund bejubelte das Volk auch jeden der acht Treffer frenetisch und ein lautes 'Ooh' ertoente bei jeder Parade aus die Reihen.


seltenes Bild: Der Bundesadler auf Feindflug


So war es auch kein Wunder, dass Viola nach Abpfiff von der gesamten Arena mit standing ovations verabschiedet wurde. Die Presse titelte am naechsten Tag neben Violas Bild: 'Berliner Mauer'

Das war am Gruendonnerstag. Ostersonntag sind wir dann ausgezogen, um den ersten Tag, der die Bezeichnung Fruehling verdiente ein wenig zu geniessen und eine Pause in den Pruefungsvorbereitungen einzulegen. So entstanden einige wenige Impressionen von Winnipeg am Beginn des Fruelings, wobei die Schneeschmelze schon weit fortgeschritten war:

Mein alter Kumpel Louis (Riel) und ich


Der Red River


Des Kanadiers liebstes Auto (aufgenommen vor Ostern)


Mein bevorzugtes Auto (auch vor Ostern aufgenommen)


Ich konnte nur zwei Bilder machen, weil ich alsbald eines der vielen Schlagloecher genauer inspiziert habe. Dabei habe ich auf den alten 'Knick-den-Fuss-ab-und-guck-wie-weit-es-geht Trick' angewendet, so dass meine Baender mal wieder ordentlich gedehnt wurden. Ich bin dann relativ direkt nach Hause gehumpelt. Geht aber schon wieder. Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Und ein Sauerlaender ist eh traditionell schmerzfrei. Zumindest in bestimmten Disziplinen...

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Samstag, 24. Februar 2007
Le Festival du Voyaguer
Spring Break! Ferien! Eine Woche lang!

Endlich mal weg von der Uni und den Kursen und ausspannen. Dir 'Reading Week' oder im Volksmund 'Spring Break' genannt, verspricht Freizeit. Da kommt das alljaehrliche Festival du Voyageur gerade recht. Das dauert naemlich genau 10 Tage und deckt den unterrichtsfreien Zeitraum ab.


"Ich kann Dich nicht mehr sehn!" Die Uni im Winter.

Gut, bevor jetzt die Freuden-Pferde mit einem durchgehen: Um irgendwohin zu fahren und z.B. Skizufahren, das macht ein Gutteil der hiesigen Studentenschaft, ist dann doch zu viel zu tun - zwei Examen direkt am folgenden Dienstag und eine Hausarbeit am Montag (die mich verfl...t viele Nerven gekostet haben wird) sprechen dagegen. Also heisst es, ausgleichsweise dem Festival beizuwohnen. Ausserdem bieten die historischen Kostueme und Darbietungen einen kleinen Ersatz fuer entgangene Karnevalsaktivitaeten.
So bin ich folgerichtig zusammen mit Irene gleich zur Auftaktveranstaltung angereist: Einer Fackelwanderung in der Abenddaemmerung ueber den zugefrorenen Red River. Die c.a. einstuendige Massnahme fuehrt uns durch die Ruine der St. Boniface Kathedrale, die punktgenau mit Eintreffen des Zuges unter 5-faches Glockengelaeut gesetzt wird. Nicht schlecht. Der Zug endet hernach im franzoesischen Viertel mit heisser Schokolade als Belohnung fuer die Teilnehmer. Denn wir reden hier immerhin vom Wandern bei 25 Grad minus!



Der Startpunkt der Expedition bei Tage.



Und ueber dieses Gewaesser kann man laufen. Ist aber ganz schoen glatt so auf Eis...


Da wir aber vom Freitag noch nicht durchgefroren genug sind, und die Examen noch in weiter Ferne waehnen, wollen wir des samstags mal das Festgelaende inspizieren. Dieses befindet sich um das etwas abgelegeneFort Gibraltar herum, einem Museum das das Leben und wirken der Voyageure lebendig halten soll. Dazu dient wohl auch dieses Fest. (Mehr Informationen ueber das Fort und die Taten der Voyageure findet der geneigte Leser unter dem Bericht "Vive la Compagnie".)
Gleich am Eingang findet sich neben anderen eine ueberdimensionale Schneeskulptur eines Voyageurbootes.


Einen Eindruck der Groesse gibt die Touristin am linken Bildrand.

Viele Schneebloecke sind gerade im Begriff, zu einer Skulptur geschaelt zu werden. Es gibt neben Demonstrationen im Fort draussen diverse Zelte, die - zum Glueck beheizt - zu laengerem Aufenthalt einladen. Nun gut, irgendwo muss gegessen, getrunken, gesungen und natuerlich Nippes verkauft werden. Aber es riecht angenehm nach Schnee und Holzfeuer. Mal was anderes. Meine Aufmerksamkeit gilt natuerlich der Demonstration einer kleinen militaerischen Einheit, vor allem, weil man sich hautnah vorstellen kann, wie angenehm das herumschleichen und schiessen bei winterlichen Bedingungen im Grossraum Manitoba denn gewesen sein muss. Soll heissen, die Kostueme verleihen dem ganzen doch schon gewisse Naehe.
Ausserdem sieht's lustig aus!




"Vorwaerts Kameraden, es geht zurueck!"


Und zwar ins Fort. Ist auch viel waermer dort.



"Also zuegig."

Nach etwa eineinhalbstuendiger Inspektion, wollen wir dann aber doch in einem warmen, soliden Gebauede was essen und trinken und beschliessen, das Areal sich selbst zu ueberlassen.
Dabei nehmen wir uns vor, noch an mindestens zwei anderen Tagen das Fest zu besuchen und fokussieren abendliche Events.
Am Ende hat uns das Wetter beide Male davon abgehalten, den entlegenen Schauplatz aufzusuchen und wir haben dem eine Tasse Kaffee in einer bevorzugten Franchise-Kette vorgezogen.
Nebenbei hab ich in der Woche auch noch was fuer die Uni getan. Wird sich zeigen, ob der Spring Break was gutes hat. Ein Grossteil der in Urlaub ausgebuechsten Studenten hat uebrigens mittlerweile angefangen zu kruecken...
Soviel dazu.




Ich hatte jedenfalls noch Zeit, von meinem Hinterhof ein Foto zu machen.

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Samstag, 4. November 2006
Hier gab's auch ein Derby
Und zwar University of Winnipeg vs Universtity of Manitoba, beide befinden sich in Winnipeg und lieben sich abgoettisch.
Um die Umgangssprache zu benutzen: Wesmen (UofW) gegen Bisons (UofM). Gespielt wurde Basketball und zwar durften zunaechst die Damen ran, danach spielten die Herren. Fing der Abend mit einem eindeutigen Sieg der Damen an (75:55), so endete er mit einer knappen Niederlage der Herren in der Schlussminute. (54:56)
Hier ein paar (nicht ganz scharfe) Eindruecke:

die Damen


Pausengeplaenkel


Die kleinen konnten sich ein Kaltgetraenk 'erwerfen'.




aus dem Spielverlauf, Wesmen im Angriff


die Sportstaette

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Dienstag, 12. September 2006
Im Stadion
american football:
Winnipeg Blue Bombers vs.
Saskatchewan Roughriders




American Football wollte ich immer schon mal live erleben, wegen der, wie man sagt, phantastischen Stimmung im Stadion. Da trifft es sich gut, dass an diesem sonnigen Sonntag ein Heimspiel der Winnipeg Blue Bombers stattfindet, und dann gleich das Derby gegen die gehassten Roughriders aus Saskatchewan.
Wir fahren also zum Stadion (10 min Busfahrt) und siehe da: Es gibt sogar noch Tickets. Dabei haben wir Glueck, dass wir im billigen 'students block' unterkommen, fast unterm Dach, was sich aber im Nachhinein durchaus nicht als Nachteil herausstellt.

Das Brimborium vor dem Spiel ist typisch amerikanischer Natur: Cheerleader, 2 Maskottchen und der Blue Bomber, ein Karnevalsumszugsflugzeug, dass im ersten Leben wahrscheinlich mal ein Rasenmaeher war, versuchen die Stimmung anzuheizen. Nach einer Gedenkminute ( 5 Jahre 9/11) und dem Singen der kanadischen Nationalhymne, die sich im Uebrigen recht schoen anhoert, geht es denn auch los.




Innerhalb der ersten 3 Spielminuten gibt es etwa 5 Unterbrechungen und zwei Akteure koennen aufgrund koerperlicher Versehrtheit nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen.




Waehrend der Spielverlauf einen fast drehbuchreifen Spannungsbogen aufweist, sind die vielen Unterbrechungen, die natuerlich immer mit Musik und Werbung auf der Leinwand gefuellt werden, sehr nervig. So dauert auch ein Spiel, die regulaere Spielzeit ist eine Stunde plus 16 min Pause, mal eben 3 Stunden. Da ist es dann auch kein Wunder, dass Cheerleader und Maskottchen auch waehrend des Spiels alles geben muessen, um gute Laune zu verbreiten, denn jedem c.a. 3-7 sec dauernden Spielzug folgt eine (gefuehlte) halbe Minute Pause. Die Stimmung auf den Raengen steigert sich erst zum Ende des Spiels, denn nach anfaenglicher Fuehrung gelingt es doch noch, das darauf folgende Zurueckliegen wieder in einen Vorsprung zu verwandeln und schliesslich zu gewinnen. Die anschliessenden Fangesaenge moechte ich hier nicht wiedergeben, denn die sind fast durchgehend nicht jugendfrei.
Bemerkenswert ist noch der permanente Geruch nach Essen, denn die HotDog-Verkaeufer streunen unermuedlich die Tribuenen auf und ab. Vieles ist genau so, wie man es im Fernsehen irgendwie schon mal gesehen hat.

Alles in allem ein etwas gewoehnungsbeduerftiger Sportnachmittag, aber ein sehr schoener. Kann man wiederholen.


natuerlich noch zum Schluss...aber leider nicht so ganz scharf

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Donnerstag, 7. September 2006
hier ein paar Bilder
Das Manitoba Legislation Building (der "Landtag von Manitoba")
Der "Landtag" der Provinz Manitoba, erb. 1913-1920


Die Skyline von WPG




Meine Uni (die Schokoladenseite natuerlich)



Meine Huette (oben das kleine Fenster im Gruenen)

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Mittwoch, 6. September 2006
The Grand Beach, Sep 4. (labour day)
Jippiee! Feiertag - Sonnenschein - Grillen am Strand!
Und abends: Sonnenbrand. War ja klar. Dabei hat der Verfasser (der Name sei hier nicht genannt) peinlichst darauf geachtet, immer nur ein paar Minuten in der Sonne zu sein. Den Rest verbrachte er im Schutze des selbst errichteten Camps, das im wesentlichen aus einer gespannten Plane bestand und erwaehnenswerterweise den Grill beherbergte.

Nun denn, trotz 'Andenken' ein gelungener Tag:

Vormittags machen wir los, um nach einem legeren Stop bei 'Starbucks' waehrend der Hinfahrt Kaffee geniessen zu koennen. Das ist auch das Aufregendste an der Hinfahrt. Die endlos geradeauslaufenden Highways, Tempolimit 100 km/h, bieten links neben dem Asphalt Flachland bis zum Horizont, waehrend sich zur Rechten unendlich scheinende Ebenen erstrecken. Highlight unserer Fahrt ist eindeutig der einzige Skilift in ganz Manitoba, ein Sessellift, der die Alpinisten auf einer Laenge von etwa 45 Metern c.a. 10 Hoehenmeter aufwaerts befoerdert, was das alte Kanalufer halt so hergibt. Die Teufelspiste Pinsloh sei gepriesen!! Es stellt sich als unverzeihliches Versaeumnis heraus, dass sich der Photoapparat im Kofferraum befindet.

Als wir schliesslich nach etwa einer Stunde Autofahrt den Strand, den groessten Suesswasserstrand in Amerika, erreichen, bin ich ueberwaeltigt: feinster Sand, gutes, fast klares Wasser und sogar einige schattige Plaetze - paradiesisch. Wir suchen nach einer geeigneten Stelle und bauen dort unser Camp. Zum weiteren Tagesablauf gibt es sonst nicht viel zu erwaehnen: Planschen, Sonnen, Grillen, Planschen usw., wie Urlaub eben.

Auf dem Rueckweg halten wir noch in der 'Spotted Cow' (zu dt. 'Schwarzbunten') an, die mit das beste Eis in Winnipeg verkauft; hat auch wirklich gut geschmeckt.
Am Ende des Tages nehme ich mir fest vor, so oft wie moeglich aus der City herauszufahren, den Skilift werde ich aber sicher nicht besuchen.

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