Sonntag, 29. Oktober 2006
Halloween Party
Man feiert hier in Kanada natuerlich Halloween, was immer am 31. Oktober stattfindet. Es gibt aber auch schon Halloween Parties am Wochenende davor, aus leicht nachvollziehbaren praktischen Erwaegungen. So geschehen auch am Samstag. Die Rahmenhandlung ist schnell erzaehlt: Jeder verkleidet sich, das ist wie an Karneval auch, und man schnitzt Kuerbisse, die dann in einem Wettbewerb bewertet werden. Die Studenten dieser Veranstaltung praktizieren dann den Brauch, den schoensten und den haesslichsten Kuerbis von der 3. Etage der Uni herunterzuwerfen. Das ist zwar nicht so intensiv, wie den Victor zu verbrennen, findet aber auch am Anfang des Abends statt und man geht danach zurueck zur Party und versucht betrunken zu werden.
(offizielle Ansage: "Let's go back and get drunk!")


die Kuerbisse mit den beiden Totgeweihten im Hintergrund
(Anmerkung: Die Buechse aus dem Soester Raum im Vordergrund ist nicht von mir.)

Da der Alkohol hier inetwa doppelt so teuer ist, wie in Deutschland, greift der oekonomisch geschulte Student natuerlich auf die billigste Alternative zurueck. Den Markennamen habe ich schon wieder vergessen, dafuer hat besagtes Gebraeu einen ganz entscheidenden Vorteil neben dem Preis: 6(!) Umdrehungen statt 4,8 - das macht Spass. Also bekommt man doch etwas fuer sein Geld.
Hier noch ein paar Bilder von der Party:


auf dem Weg zur Uni


Irene aus Nuernberg


Thomas aus Wuerzburg


die Meute

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Mittwoch, 6. September 2006
Das Preissystem im oeffentlichen Nahverkehr
In Kanada gibt es im oeffentlichen Nahverkehr nur vier Preise: einfache Fahrt (gilt 1,5 Stunden und kostet 2$), Tagesticket, Wochenticket und Monatsticket (57$). Dabei ist es bei einfacher Fahrt egal, wie weit man faehrt. Auch gibt der Fahrer kein Wechselgeld, sondern man muss den Betrag in so eine Art "Sparschwein" werfen. Dabei kommt es darauf an, dass der Fahrer glaubt, man koennte den richtigen Betrag in diese Geldsaeule, die es ist, geworfen haben. Man kann also betuppen, wenn man es noetig hat. Das Ganze ist ja in Deutschland undenkbar. Schon weil es unfair ist - oder zumindest nicht ganz gerecht. Wo kaemen wir denn hin, wenn einer einfach eine weitere Strecke fahren koennte und genauso viel bezahlt, wie der, der nur eine Station faehrt? Nein, gemaess Gleichbehandlungsgebot gilt: Strecke = Preis. Und damit dieses System nicht missbraucht wird, muss beim Fahrer schoen brav bezahlt werden. Der kontrolliert das ganz genau. Und damit nicht Leute ohne Fahrschein fahren, halten Kontrolleure von Zeit zu Zeit die Busse von Schwarzfahrern frei. Alles, damit keiner einen Vorteil gegenueber anderen hat.
Da aber nicht alle Leute, die die gleiche Strecke fahren auch gleich sind, gibt es hunderte von Tarifen: Gruppentarife, Studententarife, Wochenendtarife, Rucksacktarife, ungerade-Wochentagstarife, fuenf-Minuten-nach-Daemmerung-Tarife und was weiss ich nicht alles. Da blickt keiner mehr durch. Dafuer ist es gerecht. Auch wenn sich Leute, die -angeblich aus Versehen- mal mit falschem Ticket erwischt werden, also z.B. eine suedbayrische, fuenf Mann starke Reisegruppe, die einen Linkshaender bei sich hat das eineurozwanzig billigere Ticket fuer Fuenf-Personen-Reisegruppen-aus-Mitteldeutschland-mit-maximal-einem-Rechtshaender gekauft hat, ueber das Ticketsystem beschweren: Wer bilige Tickets in Anspruch nehmen will, kann sich vorher informieren. Das ist das Mindeste, was man verlangen kann.
Und deswegen muessen derlei Delikte zwingend mit aller Haerte bestraft werden. KEINE AUSNAHMEN!

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